„Ein Kilo zu viel ist doch nicht schlimm...“ – Warum Übergewicht bei Haustieren eine echte Krankheit ist
- 11. März
- 2 Min. Lesezeit

Hand aufs Herz: Wir alle lieben unsere Tiere und verwöhnen sie gerne. Doch was oft als „gut genährt“ oder „gemütlich“ wahrgenommen wird, ist laut medizinischer Definition bereits eine ernsthafte Erkrankung. Wussten Sie, dass mittlerweile jeder zweite Hund und jede zweite Katze in Mitteleuropa zu viel auf den Rippen hat?
Wann ist es „zu viel“?
Die Grenze ist schmaler, als viele denken. Ab 20 % über dem Idealgewicht sprechen wir von einer chronischen Stoffwechselkrankheit „Adipositas“.
Das Problem ist, dass wir uns an den Anblick runder Tiere gewöhnt haben. Tierhalter schätzen den Zustand ihres Tieres meist ein bis zwei Stufen schlanker ein, als er eigentlich ist.
Das Risiko: Es geht um Lebensjahre
Übergewicht ist kein optischer Makel, sondern eine Gefahr für die Gesundheit. Fettgewebe ist nicht "ruhendes Polster", sondern produziert Hormone und Entzündungsstoffe. Die Folgen sind gravierend:
Zum einen, haben adipöse Tiere eine deutliche kürzere Lebenserwartung als normalgewichtige Tiere. Wissenschaftler haben berechnet, dass fettleibige Hunde bis zu 3 Jahre kürzer leben!
Zusätzlich belastet jedes Gramm den Bewegungsapparat, was zu Arthrose oder auch Kreuzbandrisse führen kann. Auch die inneren Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Zum Beispiel ist das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme und Leberverfettung ist erhöht. Ausserdem werden bestimmte Krebsarten durch Fettgewebe begünstigt.
Davon abgesehen, haben adipöse Tiere eine eingeschränkte Lebensfreude. Weniger Energie, Atemnot bei Hitze und ständige Schmerzen bedeuten massiven Stress für das Tier.
Die „Donut-Falle“: Warum sie dick werden
Die Ursache ist meist einfach: Die Energieaufnahme ist grösser als der Energieverbrauch. Aber wussten Sie, wie schwer Leckerlis wiegen? Ein Rinderhautknochen für einen 20kg Hund entspricht etwa 6 Donuts für einen Menschen. Damit sind bereits 72 % des Tagesbedarfs gedeckt!
Besonders nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf um ca. 20 %. Wird das Futter nicht angepasst, ist die Gewichtszunahme vorprogrammiert. Zudem entwickeln bereits übergewichtige Tiere eine Leptinresistenz: Das Sättigungsgefühl schaltet sich einfach aus – das Tier hat permanent Hunger.
„Friss die Hälfte“ ist bei Tieren gefährlich, da es zu einem Mangel an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen führt.
Gerne erstellen wir gemeinsam mit Ihnen einen strategischen Diätplan mit regelmässigen Kontrollen des Abnahmeerfolgs. Denn unser Ziel ist ein fittes Tier, das wieder Freude am Springen und Rennen hat – und länger an Ihrer Seite bleibt.




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