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Medical Training

16. Sept.
2 Min. Lesezeit

Was haben ein Löwe im Zoo, ein Hund in der Tierarztpraxis und eine Katze zu Hause gemeinsam? Sie alle können lernen, bei medizinischen Untersuchungen aktiv mitzuwirken.

 

Medical Training ist ursprünglich vor allem aus der Arbeit mit Zootieren bekannt. Dort werden Tiere gezielt darauf vorbereitet, freiwillig und möglichst stressfrei bei Untersuchungen, Behandlungen oder Pflegemassnahmen mitzumachen. So können beispielsweise Elefanten ihre Füsse zur Kontrolle zeigen, Robben ihre Flossen untersuchen lassen oder grosse Tiere für Blutentnahmen trainiert werden – ganz ohne Zwang und möglichst ohne Narkose.

Dieses Prinzip lässt sich auch wunderbar auf unsere Haustiere übertragen.

 

Das Ziel ist nicht, dass ein Tier „alles über sich ergehen lässt“.

Vielmehr soll es lernen, medizinische Situationen vorhersehbar und positiv zu erleben. Idealerweise kann es dabei sogar durch bestimmte Signale – sogenannte Kooperationsverhalten - zeigen, dass es bereit ist oder eine Pause benötigt.

 

Im Alltag und bei Tierarztbesuchen können viele kleine Übungen einen grossen Unterschied machen.


Zum Beispiel:


  • sich an verschiedenen Körperstellen berühren lassen

  • Pfoten und Krallen kontrollieren und kürzen lassen

  • Ohren und Augen untersuchen und reinigen lassen

  • den Fang öffnen lassen für eine Maulkontrolle oder um Zähne zu putzen

  • Liege- oder Sitzposition für eine Spritze oder eine Blutentnahme

  • Medikamente einnehmen

  • die Transportbox freiwillig betreten

     

Auch die Untersuchung auf dem Behandlungstisch oder das Anlegen eines Maulkorbs kann in kleinen, positiven Schritten trainiert werden.

 

Warum ist Medical Training sinnvoll?

Ein Tierarztbesuch kann für Hund und Katze ungewohnt oder beängstigend sein. Fremde Gerüche, Geräusche, das Festhalten und unbekannte Berührungen können Stress auslösen.

 

Je besser ein Tier mit solchen Situationen vertraut ist, desto leichter können Untersuchungen und Behandlungen ablaufen. Medical Training kann dadurch dazu beitragen, Angst und Stress zu reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen Tier, Tierhalter und Tierarzt zu verbessern.

 

Davon profitieren nicht nur die Tiere. Auch für Tierhalter wird vieles einfacher, wenn beispielsweise die tägliche Medikamentengabe, die Ohrenkontrolle oder das Krallenschneiden ohne Kampf möglich ist.

 

Medical Training beginnt zu Hause

Das Training kann natürlich nicht erst kurz vor dem nächsten Tierarzttermin beginnen. Im Gegenteil: Am besten wird Medical Training frühzeitig und in kleinen Schritten in den Alltag integriert. Dabei gilt, dass es kleine Trainingsschritte, kurze Übungseinheiten, viel Belohnung und viel Geduld braucht.

 

Im medizinischen Notfall oder bei dringend notwendigen Behandlungen kann es selbstverständlich Situationen geben, in denen eine Untersuchung oder Behandlung auch gegen den Willen des Tieres durchgeführt werden muss. Gerade deshalb ist es wertvoll, möglichst viele alltägliche Situationen vorher positiv zu trainieren. Je mehr Erfahrungen ein Tier mit kooperativen und angenehmen Untersuchungen gesammelt hat, desto leichter können auch schwierigere Situationen bewältigt werden.

 

Medical Training ist eine Investition in die Zukunft: Es kann Tierarztbesuche erleichtern, Stress reduzieren und Ihrem Hund oder Ihrer Katze mehr Sicherheit im Umgang mit medizinischen Untersuchungen geben.


Gerne zeigen wir Ihnen, wie Sie Medical Training bei Ihrem Tier Schritt für Schritt aufbauen können und welche Übungen sich für den Alltag besonders eignen. Denn eine gute medizinische Behandlung beginnt manchmal schon lange vor dem eigentlichen Tierarztbesuch – mit Vertrauen, positiven Erfahrungen und kleinen Trainingsschritten.



Der Praxishund Ciarán zeigt hier ein gelerntes Kooperationsverhalten für die Ohrenpflege.
Er legt den Kopf auf dem Stuhl ab und zeigt so, dass er für die Ohrenbehandlung bereit ist. Sobald er den Kopf vom Stuhl abhebt, braucht er eine Pause.


 
 
 

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